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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 8 (1821) Stimmen der Völker in Liedern
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57
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englischen und deutschen Dichtkunst. 67

so lang nachgcahmt haben, Gott Lob und Dank!wieder nachahmcn: itzt, da wir das Glück genießen,daß deutsche Hofe schon anfangcn, deutsch zu buch-stabiren und ein Paar deutsche Namen zu nennen Himmel, was sind wir nun für Leute! Wer sichnun noch ums rohe Volk bekümmern wollte, umihre Grundsuppe von Mahrchen, Vorurthcilcn, Lie-dern, rauher Sprache: welch ein Barbar wäre er!er käme, unsre klassische, sylbcnzäblcndc Literatur zubeschmitzen, wie eine Nachtetile unter die schonen,buntgcklcidctcn, singenden Gefieder!

Und doch blcibts immer und ewig, daß der Thcilvon Literatur, der sich aufs Volk beziehet, volks-mäßig scyn muß, oder er ist klassische Luftblase.Doch blcibts immer und ewig, daß, wenn wir keinVolk haben, wir kein Publikum, keine Nation,keine Sprache und Dichtkunst haben, die unser fev,die in uns lebe und wirke. Da schreiben wir dennnun ewig für Stubengelehrte und ekle Rezensenten,aus deren Munde und Magen wirs denn zurück em-pfangen, machen Romanzen, Oden, Heldengedichte,Kirchen- und Küchcnliedcr, wiesle niemand versteht,niemand will, niemand fühlet. Unsre klassische Li-teratur ist Paradiesvogel, so bunt, so artig, ganzFlug, ganz Höhe und ohne Fuß auf die deut-sche Erde.

Wie anders hierin andre Nationen! WelcheLieder hat z. E. Percv in seine ksliques genom-men , die ich unscrm gcbsideten Deutschland nichtvorzuzcigen wagte. Uns wären sie unausstehlich,jenen sind sie's nicht. Das sind Einmal alte Na-