englischen und deutschen Dichtkunst. Zr
Auch die gemeinen VolkssagcN, Mährchenund Mythologie gehören hieher. Sie sind gewisser-maßen Resultat des Volksglaubens, seiner sinnlichenAnschauung , Kräfte und Triebe, wo man träumt,weil man nicht weiß, glaubt, weil man nicht netzetund mit der ganzen, unzcrthci.'ten und ungebildetenSeele wirket: also ein großer Gegenstand für den
Geschichtschreiber der Menschbeit, d.N Porten undPcutiecr und Philosophen. Sagen Einet Art habensich mit den nordischen Völkern über viel Länder undAeitctt ergossen, jeden Orts aber und in jeder Zeitsich anders gestaltet; wie trifft das Nun auf Deutsch-land ? Wo sind die allgemeinsten und sonderbarstenVolkssagen entsprungen? wie gewandert? wie ver-breitet und aetheilet k Deutschland überhaupt undeinzelne Provinzen Deutschlands haben hierin diesonderbarsten AchnlichkciteN und Abweichungen: Pro-vinzen, wo Noch der ganze Geist der Edda vonUnholden, Zauberern, RiesinweiberN, Balkyriurselbst dem Ton der Erzählung nach voll ist; andreProvinzen, wo schon mildere Mährchen, fast ovidi-sche Verwandlungen, sanfte Abentheuer und Fein-heit der Einkleidung herrschet. Tie alte wendi-sche, schwäbische, sächsische, holstei-ni sche Mythologie, sofern sie noch in Volkssagcnund Volksliedern lebt, mit Treue ausgenommen,mit Helle angeschaut, mit Fruchtbarkeit bearbeitet,wate wahrlich eine Fundgrube für den Dichter undRedner seines Volks, für den Sittenbilder und Phi-losophen.
Wenn Nun auch hier England und Deutschlandgroße Gemeinschaft haben, nie weiter wären wir,
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