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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 8 (1821) Stimmen der Völker in Liedern
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I. Ucbcr Ofsian

wie viel lyrische Stücke und wodurch sind sieschön? Durch schöne römische, griechische Sylbcn-maße, und durch so schöne Anordnung in denselben?eben deswegen behaupte ich, sic seycn die schönenDardenlieder des Ossi ans nicht mehr! Wasmacht Macphcrson fast bcy jedem solcher Stücke fürAusrufe über das Wilde, oder Sanfte, Feierlichecder Kriegerische ihres Rhythmus, ihrer Melodien,ihrer Sylbcnmaße, das die Seele des Gesangs sey Key den meisten Fallen sehe ich nun weder Wahl,noch Veranlassung zu römischen und griechischen Syl-benmaßen ; ja wenn ich von den Gesängen der Mil-den überhaupt Ton habe, nirgends Veranlassung zuEine m solchen Sylbenmaße.

Auch das skaldische Sylbenmaß hat der Uebcr-setzer mißbraucht. Die vortreffliche, so vielsaikigeGoldharfe, die unter der Hand des dänischen S k a l-den allen Zauber- und Macht- und Leyer- undWunderton hat annehmen können, so wie gegensei-tig den Ton der Liebe, der Freundschaft, der Ent-zückung , ist in seinen Händen eine Trommel mitzwecn Schlagen geworden.

Ganz anders hat Klopstvck auch hier in uns-rer Sprache gearbeitet! Der sonst so ausfließendeausströmende Dichter, wie kurz! wie stark und ab-gebrochen ! wie altdeutsch hat er sich in seiner Her-manns-Schlacht zu seyn bestrebt! WelcheProse gleicht da wohl seinem Hexameter! welch ly-risches Sylbenmaß seinen sonst so strömenden grie-chischen Sylbenmaßen! Wenn in seinem Barditwenig Drama ist: so ist wenigstens das Lyrische imBardit, und im Lyrischen der Wortbau so drama-