VI
Vorerinnerung.
vertraut mit des Vaters Gedanken, hakte dieses aus-führen wollen. Wir liefern also, mit Beifügungeiniger, bei Ihm noch aufgefundenen, alten, undmit Absonderung einiger neueren und eigenen LiederHerders , deren Plaz anderswo sich schicklicher findet,hauptsächlich nur die, welche Er schon herausgab, inder genauern Anordnung, welche er vorhatte, undmit seinen Erläuterungen an gehöriger Stelle. Umdie Geschichte seiner Ansicht solcher Gedichte vollstän-dig vorzulegen, werden die Briefe über Dssian undeine Abhandlung über brittische und deutsche Dich-terei in den mittleren Zeiten vorausgeschickt.
Es sind Bruchstücke eines herrlichen Ddeum's,worin gute und edle Sauger, jeder den Geist seinesVolks aussprechcn, und wo, aus den mannigfaltigstmodulirten Nationaltönen der Einklang aller Stämmemit gemeinsamer menschlicher Natur hervorgeben sollte.Glück mit jeder Arbeit für den Bau, für die Ziereines solchen Tempels der Menschheit! Das ist dieschönste Völkervereinigung, in einerlei Gefühl füralles was gut, schön und recht ist, was das Lebenerheitert, und den Sinn giebt, frei und froh ein-ander wohl zu wollen und zu vervollkommnen,
Berlin, den »o, August 1806,
Johann von Müller,