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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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416
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4»6 X, P r e i ß sc h ri ft cn.

Gelehrsamkeit, Ueppigkeit und stieichthum ihre rau-hen Kräfte erhalten sollten; so war gewiß auch Ab-sicht darin, daß ihnen das Christenthum geradeitzt und in solchem Zustande werden mußte. Später-hin hatten sie weder Einfalt für seine Lehre, nochgesundes starkes Herz für seinen Gesang. Es wäreihnen so cckcl gewesen, als der mythologisch-athei-stisch-deistilchen Ucppigkeit der Griechen, Isomer, oderunsers Jahrhunderts. Daher war's auch meistensin Gesängen und Gebräuchen, d. i. nachihrer Weise, wie ste's aufnahmen. Die Bibel wardin Verse ihrer Sprache gekleidet, so gut es ihreBekehrer konnten *): Legenden dcr Heiligenkamen dazu, und stoffen mit den Gesängen ih-rer Väter wunderbar zusammen; cs war der einzigeWeg auf sie zu wirken. Ihre Sprache war undis-ciplinirt, auch wurde sie von den lateinischen Fremd-lingen wohl nicht in aller Macht gefastet und behan-delt, daher sind die ersten Versuche dieser Art so roh,arm und elend: sie beweisen indeß, daß Ohr undSeele ihrer Bekehrten an Nichts als so Etwas ge-wöhnt war.

Und nun müssen wir abbrcchen, wenn wir überdie folgenden mittleren Zeiten etwas gründliches sa-gen wollen. Sowohl Dichtkunst als Sittender Völker Europens war damals ein so wun-derbares Gemisch und zusammengesetztes Ge-bäude , daß wir von allen Seilen der Welt Materia-lien zusammen holen müssen, um den Einfluß dcs

Einen

*) S. Schillers tliessur. nntiguit. 6erinnnic.I'. i. und den zweyten Lheil von klileesil. tlie-saur. linKU. septentrion.