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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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332 IX. Der fliegende Wagen ec.

daß der König des Geistcrreichs der Abcndröthe selbst,von ihrem lieblichen Gesänge herbeygezaubert, unge-sehen ihrem Anblick, in den Strahlen seines Lichtsverborgen, vor ihnen weilte. Und weil eben dieHochzeimacht seines Sohnes cinbrach, den er mitder ältesten Tochter seines Bruders, des Geisterkö-nigs der Morgenröthe vermählen wollte, schlüpfte ersie auf seinem letzten Strahle hinweg, in der Idee,sie dem schlummernden Sultan Morgens in derfrühesten Frühe wieder zu geben, wenn sie indeßseine Hochzeikgescllschast mit dem Zauber ihrer Stim-me und ihrer Saiten ergötzt hätte. Der Anschlagmißlang; vor der Absendung durch einen der Ge-nien der Morgenröthe hatte sich ein schwarzer Schat-tcngeist ihrer bemächtigt und sie fünf Klafter tief inder Erde in seine Höhle verborgen. Die Geisterweder des Morgen- noch Abendroths wußten ihrenAufenthalt: denn dahin drang keiner ihrer Strah-len. Der alldurchdringende Genius der Lüfte al-lein wußte ihn; und glücklicher Weise war ers,dem der Wagen gehört hatte , deß der Ringwar, d§r die Verborgene wieder schaffen konnte.

Als der Sultan sie vermißte, und niemandsagen konnte, wohin sie sei)? entstand eine allge-meine Trauer bey Hofe. Der Sultan, seines Le-bens überdrüssig, entzog sich den Geschäften undward unsichtbar. Ein allgemeines Mißvergnügenentstand, der Aufruhr war nah, als sein ersterVezier vor ihn trat:Herr! erinnere dich deinesSchwiegersohnes! Ohne Zweifel ist der Engel desTodes hiebey mit im Spiel." Die Prinzessin ward