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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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VIII. Uebcr den Werth

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die unser Herz daran liebet. Ein großer Theil vomAnmuthigcn der Jugend liegt hierinn; in dem Zau-berglanz frischer Eindrücke nämlich, in der blenden-den Größe, die uns das Neue der Welt gewah-ret.

Auch diese Anlage in uns ist eine Gabe desSchöpfers, der jedes seiner Geschöpfe bcy jedemSchritt seines kurzen Daseyns hienieden mit denFähigkeiten versah, die für dieses und für seine fol-genden Zeitalter gehörten. Denn im menschlichen Le-ben entwickelt sich Ein Zustand aus dem andern: wiesich die Tage ketten, so ketten sich auch unsre Gedan-ken, und was der Frühling nicht säete, kann derSommer nicht reisen, der Herbst nicht ernten, derWinter nicht genießen. Wie eine volle Knospe brichtalso unser Daseyn zur Zeit der Jugend hervor, da-mit es die später» Jahre des Lebens reisen. UnsreGedanken und Wünsche reichen in ihr weiter hin-aus, als unsre Hände je reichen werden.

Glücklich ist diese Zeit der Jugend, auch in ih-rem ersten schönen Traum glücklich. Sie ahnet viel,denn sie kennet noch wenig; sie hoffet viel, denn sieist noch nie von den Schranken zurückgestvßen, dieunsre besten Hoffnungen einschrankcn. Wir habenalso dem Schöpfer für diesen Morgen voll schönerBilder, für dies Paradies unschuldiger Hoffnungenund Wünsche sehr zu danken. Aber wir haben auchFleiß anzuwenden, daß wir dies Paradies Gottesbauen, und uns nicht in Wolken verlieren, die beyihrer schönen Gestalt zuletzt in fürchterliche Ungcwit-ter ausbrechen könnten. Nichts hat der Mensch in