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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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305
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und Ercmpel der Tage. Zc>5

tung. Mit Erlernung derselben brachte man seineJugend zu und verwandte seine ganze Lebenszeit dar-auf, sie in Ausübung zu bringen. Die Gelehrtengaben darin Unterricht, die Obrigkeiten predigten sie;und da sie alle kleine Handlungen des Lebens um-faßten, so wurde, wenn man Mittel fand, sie ge-nau ins Werk zu richten, Sina gut regieret.

Zwey Dinge halfen dazu, diese Gebräuche demHerzen und Geist der Sinefer leicht einzuprägen.Das erste ist ihre Schreibart. Da diese äußerst zu-sammengesetzt ist, so machte sie, daß während einemgroßen Tbeil des Lebens der Geist einzig beschäftigt war,diese Gebräuche kennen zu lernen, weil man lesenlernen mußte, um in Büchern und aus Büchern dieseGebräuche zu lernen. Das zweyte war, daß dieseGebräuche nichts Geistiges enthielten, sondern blosRegeln einer gemeinen Ausübung waren, so trafensie den Geist leichter und griffen tiefer in ihn ein,als wenn sie etwas Intellektuelles gewesen wären."

Daher vcrlohr Sina seine Gesetze nicht, alscs erobert ward. Da Lebensart, Sitten, Gesetzeund Religion bey ihnen eins und dasselbe waren, soließ sich dies Alles nicht auf einmal ändern; undda doch Einer, entweder der Ueberwundene oder derUeberwinder, ändern mußte: so war es in Sina im-mer der letzte. Denn weil seine Lebensart und Sit-ten, seine Gesetze und Religion nicht eins waren,so ward es ihm leichter, sich nach und nach dem über-wundnen Volk, als diesem sich ihm zu bequemen."

Daher auch das Ehristenthum schwerlich je inSina aufkommen wird. Die Gelübde der Jung-frauschaft, die Versammlungen der Weiber in denHerders W. z. sch. Lir. u, Kunst. IX. U Lii-m-nl»-.