296 VII. Das Buch dcr gerechten Mitte
dazu schweigen, wenn man berechtigt ist dagegen zureden, ist eben so viel als die Wohlfahrt seinesHerrn nicht lieben, mithin kein getreuer, eifriggc-sinnter Diener seyn."
„Dieser Elser aber hat seine Grenzen. Dieallgemeine Regel ist, daß, wenn man drepmal Vor-stellung gclhan und nicht gehört worden ist , mansein Amt nicdcrlegc unv sich entferne. Geschiehtdies nicht, so setzt man Ehre und Leben in Gefahr;ein Verlust, dem man billig zuvorkommcn sollte.Schweigt man dagegen, wenn ein Regent große Feh-ler begehr, so setzt man Ihn sammt dem Staat inGefahr; dann muß man bey einem wahren Eifersein Leben selbst nicht achten. Nur darauf kommtes an, daß man das Gemüth des Herrn kenne, dieUmstande reiflich erwäge und sich Alles zu Nutz ma-che, sowohl sich selbst zu sichern, als dem Regentenund dem Staat nützlich zu seyn."
Lin-Kong, als er den Staat von U ci reegierte, bediente sich in geheimen Geschäften des M i-tse-toan, der ein Mensch ohne Verdienste uiidTugend war, dagegen der verständige und tugend-hafte Kiu-pe-yu keinen Antheil daran habendurfte. Su-tsiu, damals Minister, gab sich alleMühe, jenen zu entfernen, diesen dem Prinzen zunähern; .alles aber umsonst. Als ec dem Tode nabewar, rief er seinen Sohn zu sich und sagte: „ichbefehle dir hiemit, daß nach meinem Tode dieTrauerccremonien am gewöhnlichen Orte nicht gehal-ten werden«, ich bin dieser Ehre nicht werth. Ichbin nicht so geschickt gewesen, meinem Herrn denwichtigsten Dienst zu leisten, den Mi-tse-toan