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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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27» VII. Das Buch der gerechten Mitte

Gekrümmten stehet er aufrecht; o was gehört dazu fürStarke! Wenn im Reich Tugend und Gesetze-gel-ten, nie stolz zu seyn; werden sie verachtet, sie niezu verlaugnen, selbst nicht mit Todesgefahr, o wasgehört dazu für Kraft!

Confucius spricht: Verborgenes erforschen,WunderSwürdiges unternehmen, daß cs die Nach-welt preise, ist mein Werk nicht. Der Rechtschaf-fene tritt den Weg an und verfolgt ihn; auf ihmstehen bleiben und Massen mag er nicht. DerRechtschaffene halt sich amRcgelmaas der Mit-te. Die Welt fliehen, weder gesehen noch erkanntwerden und es nicht merken; dies vermag der Hei-lige nur.

Die Regel der Vollkommenen ist weit und zart.Männer und Weiber können sie wissen und dochnoch ihre feinste Scharfe nicht kennen. Der Heiligeselbst wird finden, was er nicht weiß, was ernicht thut.

Weisheit, wie glanzest du in Himmel und Er-de! Noch will der Mensch dich verkennen undmurrt über deine Gaben. So erkenne er dich dannmindestens in den erwählten Seelen, die du bewoh-nest. Die Welt ist zu klcin^für ihre Tugend; dieBosheit der Welt zu schwach gegen dieselbe.

Der Adler schwingt sich in die Wolken; derDelphin stürzt sich in die Tiefe des Meers, so derHeilige. Er erhebe oder lasse sich nieder, so glänztan ihm seine Tugend; er schreitet zum Ziel. Wieviel Schritte gehören dazu in den gemeinsten Pflich-ten ! Von Kraft zu Kraft, von Tugend zu Tugendsteigend kommt man zum Gipfel.