Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
Entstehung
Seite
268
Einzelbild herunterladen
 

r63 VII. Das Buck) der gerechten Mitte

wird; ec fürchtet und scheut auch das, was mannicht höret.

Denn eben das Geheime und Feine ist tiefversteckt; der vollkommene Mann spähet ihm nachim Innersten Seiner.

Furcht und Zorn, Traurigkeit und Freude, chesie aufschießen, gewahren einen Zustand der Ruhe,den man die Mitte nennt; aufgeschossen im rech-ten Maas, gemäß der Regel, heißen sie Eintracht.Mitte ist das große Fundament der Welt; Ein-tracht ist die Regel des Weltalls. Aus bepdenentspringt der Bestand der Welt, aller Dinge Fort-pflanzung.

Eonfucius spricht: der Vollkommene halt dieMitte; der Missethatcr beleidigt sie. Jener hat undhalt sie, weil er vollkommen ist, dieser beleidigt sieaus Frevel.

Eonfucius spricht: wie erhaben ist diese Mitte!Von langsther trafen und hielten Wenige sie.

Warum treffen und halten so Wenige diesenWeg? Dir Rohen erreichen ihn nicht; die Klüg-linge streben über die Mitte hinaus. Beyde bleibender Vollkommenheit fern; jene, weil sie die Regelnicht erreichen; diese, weil sie über sie hinaus sind.

Alle Menschen essen und trinken; wenigeschmecken. Wie zu beklagen ists, daß man dieMitte nicht kennet und halt!

Eonfucius spricht: Aua, der Kaiser, wie klugwar er! Er fragte die Seinigen um Rath, prüfteauch die gewöhnlichen Antworten; zu bösen