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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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S4» VI- Ueber ein morgenländisches Drama.

es sich in der kunstlosesten Unterredung gleichsam vonselbst entwickelt, daß sie nicht des Bramanen, son-dern des berühmten Königs Nausika Tochter, Toch-ter einer Nymphe des nicdcrn Himmels, sey; sofindet er den Wunsch eines Herzens erfüllet; erentdeckt sich durch seinen Ring, und da ein Geschreyüber die Nähe eines wüthendcn Elcphanten die Un-terredung trennet, bleibet er zurück im Seufzen derLiebe. Ferne sey es von mir, alle Auftritte sozu durchgehen; lesen Sie, und Sie werden in diesenersten Sccncn alle Symptome der Liebe von derleisesten Sehnsucht an, durch alle schüchterne Zweifelund Hoffnungen, bis zum Zutrauen, bis zur Gewiß-heit; ja was die Liebe Zartes, selbst Buhlendes undTändelndes hat, werden Sie in jedem Grade desLichtes und Schattens, jungfräulich und königlich,bald ausgedrückt, bald nur mit einem Hauche be-rührt, finden. Dufchmanta und Sakontala sindnach der ältesten, heiligsten Weise Gandarwa durchWort und Gelübde auf ewig verbunden.

Aber nun schlinget sich der Knote. Bey demAbzüge des Königes erschallen Trauerstimmen: dieFreundinnen der Sakontala werden besorgt: wir hö-ren, daß ein böser Gast auf sie, unwissend ihr selbst,einen wilden Fluch gelegt habe, der auf der Freun-din Bitte zwar gemildert, aber nicht widerrufenworden. Kanna, ihr Pflegevater, ist wieder gekom-men , Er, der wie ein höherer Geist aus einer hö-heren Ordnung der Dinge handelt. Hier hört meinAuszug auf; lesen Sie, wie er Sakontala zu ihrerAbreise bereitet, wie er ihren Abschied den Nymphenkund thut und diese antworten; wie sic selbst Ab-schied nimmt von den Pflanzen, von ihrem geliebten

Madhawi-