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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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181
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IV. Gedanken einiger Vramanen.

i8r

Der Freund.

O wer erfand den Edelstein der Sprache,

Die kurze Sylbe Freund? Er nannt' in ihrDes Lebens Trost, den Retter von Gefahren,

Von Gram, und Furcht, und Selbstbetrug, und

Noch;

Den treuen Schatz von unserm Leid und Freuden,Der Wunden Balsam, unsrer Augen Salbe,

Des Herzens Arzt, von uns das beßce Selbst.

Die Kohle.

Flieh ein schwarzes Gemüth; wirf weg die garstige

Kohle,

Glühend brennet sie dich; glutlos beschmutzt sie

die Hand.

Der treulose Freund.

O wie tiefer schmerzet uns der Unfall,

Wenn uns süße Worte schlau betrogen,

Wenn uns Freundesdienst in Unglück lockte,

Wenn uns Hoffnung, Glaub' und Treue tauschten!Mutter Erde, kannst du Menschen tragen,

Die, wenn Unschuld ihnen sich vertraute,

Sie mit süßer Freundschaft Milch vergiften?