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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
Entstehung
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Gewöhnlich h^t man nichts von geringerem Werth,als Sprüche; wie bald, denkt man, ist ein Spruchgesagt! wie bald eine sogenannte Weisheitslchre vor-gctraqcn! Man verlegt sie also in die Kindheit desmenschlichen Geschlechts; man laßt sie höchstens alsersten Unterricht, als eine Verstandes- und Sprach-übung gelten.

Vieles hievon ist wahr; und die Zeit ist aller-dings längst vorüber, in der man, durch rathselhafteoder scharfsinnige Sprüche, den Ruhm eines Salomo,oder des achten Weisen Griechenlandes erlangen konnte.Indessen hatte auch in den ältesten Zeiten die Sacheeine andre Beschaffenheit, und cs lassen sich Gründeanführen, warum insonderheit die Morgenländer soviel auf diese Spruchwcishejt hielten.

Ein Spruch nämlich setzt Weisheit, Weisheitseht Erfahrung voraus; und ich wüßte kaum, wasdas menschliche Leben dem Verstände für eine bessereAusbeute liefern könnte, als eben diese aus Erfah-rung gebildete, in eine anziehende Form gekleideteWeisheit. Wenn diese nun ein Spruch heißt: so