II. Das Rosektthal.
99
Salz.
Nuschirvan, der Gerechte, speist' einmalAuf seiner Jagd im freyen Felde. SalzGebrach ihm. Holet, sprach er, SalzIm nächsten Hause; doch bezahlt das Salz.„Wie? sagten seine Diener, großer König,Bekümmert dich die Kleinigkeit, das Salz?"„Aus solchen Kleinigkeiten, sprach Nuschirvan,Ist aller Druck entstanden, der die Welt drückt."
Alles Uebel der Welt ist aus dem Kleinsten ent-sprossen ;
Klein war der Anfang flets jeder unedlen Ge-walt.
Brach der König nur Einen Apfel vom Baume des
Armen Z
Hieben die Knechte sofort, nieder zur Wurzel,- den Baum.
Eignete er fünf Eyer sich zu; sie Nahmen der Hen-nen
Hundert- Der Thäter entwich; aber die Sitte
verblieb.
Das Bleibende.
Gleich deR Winde verfliegt das Leben Mit seinen
Gestalten,
Schmerz und Freude verrauscht, Bittres und
Süßes entflieht;
G 2