Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
Entstehung
Seite
90
Einzelbild herunterladen
 

9 »

II. Das Rosenthal.

Daß sie mit Ammcnbrust Krauter und Pflanzen

erzieh',

Zartgebohrne Kinder. Zum neuen Jahre des Früh-lings *)

Bringt er den Blumen ein Kleid, Zweigen den

blumigen Hut.

Seine Rechte verwandelt den Saft des Schilfes in

Zucker,

Hebet den Dattelkern sprießend zur Palme em-por.

Wolken und Wind und Himmel und Mond und

Sonne beeifern

Sich zum Dienste für dich; diene mit ihnen, o

Mensch.

Die an der Pforte des Heiligthums anbeten und

feyren,

Sprechen:wir ehren Dich nicht, Höchster, wie

Dir es gebührt."

Die des Erhabenen Glanz in seiner Schöne beschrei-ben,

Klagen, in Schrecken gehüllt:Herr, wir er-kennen Dich nicht."

Fragete mich nun Einer nach seinem Lobe; was soll ich,Ich Geistloser von Ihm sagen, der zeichenlos

_ -st?

*) Bey den Persern sängt das neue Jahr mit demFrühlings an. Die Gewohnheit der morgenlän-dischen Könige, ihren Dienern und Lieblingenals Hausgenossen Geschenke und Kleider zu ge-ben, ist bekannt.