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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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I. Blätter der Vorzeit.

Wei ngefäße.

Einer Kaisers Tochter sprach zu einem Weisen:wie eine große Geschicklichkeit ist in dir, und du bistso häßlich! Wie eine so große Weisheit in einem soschlechten Gefäß!

Sage mir, sprach der Weise, in welchen Fässfern habt ihr euren Wein liegen?"In irdenen,sagte sie."Und seyd so reich! Bitte deinen Vater,daß er den Wein in silberne Fässer lege." Sie thats,und der Wein ward Essig.

Warum hast du meine Tochter zu solcher Thor-heit vermocht?" fragte der Kaiser; der Weise sagteihm die Veranlassung und behauptete, daß in einemund demselben Menschen Weisheit und Schönheitselten beysammen wohnen.

Ey, sagte der Kaiser, es gibt doch auch schöneMenschen, die gelehrt und gescheid sind!"Wennsie nicht schön wären, wären sie wahrscheinlich ge-lehrter und gescheider. Ein schöner Mensch ist seltendemüthig; er denkt an sich, und vergißt darüber daSLernen."