Dichtungen aus der morgenland. Sage. 73
Und sein Gegner, auch ein Bürger des Orts,antwortete: i,Du fürchtest dich, etwas Unrechtes zubehalten; und Ich sollte mich nicht fürchten, einsolches von Dir zu nehmen? Ich habe Dir denSack verkauft, nebst allem was drinnen ist; -behaltedas Deine. Sprich ihm zu, 0 König!"
Der König fragte den ersten, ob er einen Sohnhabe? Er antwortete: Ja. Er fragte den andern,ob er eine Tochter habe? und bekam Ja zur Ant-wort. „Wohlan, sprach der König, ihr scyd beyderechtschaffene Leute: verheyrathct Eure Kinder untereinander, und gebet ihnen den gefundenen Schatz zurHochzcichtgabe; das ist meine Entscheidung."
Alexander erstaunte, da er diesen Ausspruchhörte. „Habe ich unrecht gerichtet, sprach der Königdes fernen Landes, daß Du also erstaunest?" „Mitnichten, antwortete Alexander, aber in unserm Landewürde man anders richten." „Und wie denn?"fragte der afrikanische König. „Beyde Streitende,sprach Alexander, verlören ihre Häupter und derSchatz käme in die Hände des Königes."
Da schlug der König die Hände zusammen undsprach: „scheinet denn bey euch auch die Sonne?und läßt der Himmel noch auf euch regnen?" Ale-xander antwortete: Ja. „So muß es, fuhr er fort,der unschuldigen Lhiere wegen seyn, die in EuremLande leben: denn über solche Menschen sollte keineSonne scheinen, kein Himmel regnen."