Dichtungen au» der Morgenland. Sage. 6g
Himmel Himmel mögen ihn nicht verbergen, unddie Erde ist seines Fußtritts Schemel. Aber einLicht wird aufgchcn vom Herrn und alle Völker wer-den im Glanz desselben wandeln, daß niemand sei-nen Bruder frage, wer Gott sey? sondern sie sollenihn alle erkennen, klein und groß, und alle schöpfenaus dem Strome des Lebens."
Der Engel verschwand und Jeremias starb inder Verbannung. Als nach Jahrhunderten derzweyte Tempel gebauet ward, da war kein heiligesFeuer mehr in demselben und keine Lade des Bun-des, auch keine^Stimme, den Herrn zu fragen: dasAllerheiligste stand leer. Aber aus der finstern Leeredes Heiligthums entsprang ein Licht, und aus dertrüben Quelle dieses Tempels flössen Ströme derErquickung für alle Völker der Erde.
Die Sterne.
Müde und matt war Daniel von seinen Ge-sichten der Zukunft, die ihm so oft seine Kraftgenommen und ihn mit Schauder erfüllet hatten;als endlich Einer aus dem Rath der Wächter zuihm sprach: „gehe hin, Daniel, und ruhe, bis daSEnde komme, daß du aufstehcst in Deinem Theilam Ende der Tage. "
Gelassen hörte Daniel das rathsclhafte Wortund sprach zum Mann im leinenen Kleide, der ne-