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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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61
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Dichtungen aus der morgenländ. Sage. 6r

Er ging weiter und hörte die Nachtigall singenzu ihrer Geliebten:wie wir uns lieben, so liebetSalomo nicht: so wird er von keiner seiner Büg-lerinnen gelicbet."

Und die Turteltaube girrcte zu ihrem Gatten:von seinen tausend Weibern wird keine ihn betrau-ern, wie ich dich klagen würde, mein Einiger!"

Zürnend beschleunigte der König seinen Schrittund kam zum Neste des Storchs, der seine Jungenerzog und sie mit seinen Schwingen aufsing, da ersie fliegen lehrte.Das thut, sprach der Storch zuseinen Jungen, der König Salomo seinem SohnRehabcam nicht: darum wird auch sein Sohn nichtgedeihen: Fremde werden herrschen in dem, was erbauete." Da entwich der König in seine innersteKammer und war still und traurig.

Und als er also im tiefen Nachdenken saß, datrat die Braut seiner Jugend, die Weisheit,unsichtbar vor ihn und berührete sein Auge. Erste!in einen tiefen Schlaf und sah ein trauriges Gesichtder künftigen Tage.

Er sah durch die Antwort seines unweisen Soh-nes sein Reich zertheilt; in zehn abgefallenen vonihm unterdrückten Stämmen herrschte ein Fremder.Verfallen sah er seine Hauser, seine Lustgarten durchein Erdbeben versunken, die Stadl verwüstet, daSLand verheeret, und den Tempel Gottes im Bran-de. Erschrocken fuhr er aus dem Schlaf empor.

Und siehe, da stand mit weinendem Auge dieFreundin seiner Jugend sichtbar vor ihm und sprach:Du hast gesehen, was nach diesem geschehen wird,