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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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53
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Dichtungen aus der morgenländ. Sage. SZ

Die Gesänge der Nacht.

Als David in seiner Jugend auf BethlehemsAuen saß: da kam der Geist Jehovahs über ihn undseine Sinne wurden aufgethan, zu hören die Gesängeder Nacht. Dis Himmel erzählten Gottes Ehre undalle Sterne traten in ein Chor: der Klang von ihrenSaiten berührete die Erde, zum Ende der Erde floßihr stilles Lied.

„Licht ist das Angesicht Jehovahs," sprach dieuntcrgehende Sonne und die Abendröthe antwortet«ihr: „ich bin der Saum seines Kleides."

Die Wolken über derselben thürmeten sich undsprachen: „wir sind sein Nachtgezelt" und die Was-ser der Wolken im Abenddonner tönten: „die StimmeJehovahs gehet auf Wolken: der Gott der Ehrendonnert, der Gott der Ehren donnert hoch."

„Er schwebet auf meinen Fictigen," sprach dersäuselnde Wind; und die stille Luft antwortete ihm:„ich bin der Athem Gottes, das Weben seiner er-quickenden Gegenwart."

„Wir hören Lobgesange-, sprach die verlcchzteErde, und ich bin still und stumm?" Der fallend«Thau antwortete ihr: „ich will dich laben, daß deineKinder neu erquicket jauchzen, daß deine Säuglingeblühen, wie die Rose."

„Wir blühen fröhlich," sprach die erquickte Au;die vollen Aehren rauschten drein und sprachen: „wir