Dichtungen aus der morgenländ. Sage. SZ
Die Gesänge der Nacht.
Als David in seiner Jugend auf BethlehemsAuen saß: da kam der Geist Jehovahs über ihn undseine Sinne wurden aufgethan, zu hören die Gesängeder Nacht. Dis Himmel erzählten Gottes Ehre undalle Sterne traten in ein Chor: der Klang von ihrenSaiten berührete die Erde, zum Ende der Erde floßihr stilles Lied.
„Licht ist das Angesicht Jehovahs," sprach dieuntcrgehende Sonne und die Abendröthe antwortet«ihr: „ich bin der Saum seines Kleides."
Die Wolken über derselben thürmeten sich undsprachen: „wir sind sein Nachtgezelt" und die Was-ser der Wolken im Abenddonner tönten: „die StimmeJehovahs gehet auf Wolken: der Gott der Ehrendonnert, der Gott der Ehren donnert hoch."
„Er schwebet auf meinen Fictigen," sprach dersäuselnde Wind; und die stille Luft antwortete ihm:„ich bin der Athem Gottes, das Weben seiner er-quickenden Gegenwart."
„Wir hören Lobgesange-, sprach die verlcchzteErde, und ich bin still und stumm?" Der fallend«Thau antwortete ihr: „ich will dich laben, daß deineKinder neu erquicket jauchzen, daß deine Säuglingeblühen, wie die Rose."
„Wir blühen fröhlich," sprach die erquickte Au;die vollen Aehren rauschten drein und sprachen: „wir