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I. Blätter der Vorzeit.
stand. „Laß ihn Erbarmung finden, Barmherziger,(so flehcte er) und sende meinem Vater eine Fruchtvom Lebens-Baum."
Schnell stand der glanzende Cherub da; undstatt der Frucht vom Lebens-Baume hielt er einenZweig von dreyen Blattern in seiner Hand. „Brin-ge dem Vater ihn, so sprach er freundlich, zu sei-ner letzten Labung hier: denn ewiges Leben wohntnicht auf der Erde. Nur eile; seine Stunde istda! "
Schnell eilte Seth und warf sich nieder undsprach: „keine Frucht vom Baume des Lebens brin-ge ich dir, mein Vater; nur diesen Zweig hat mirder Engel gegeben, zu deiner letzten Labung hier."
Der Sterbende nahm den Zweig und freuetesich. Er roch an ihm den Geruch des Paradieses:da erhob sich seine Seele: „Kinder, sprach er, ewi-ges Leben wohnt für uns nicht auf der Erde: ihrfolgt mir nach. Aber an diesen Blattern athme ichHauch einer andern Welt, Erquickung." — Dabrach sein Auge: sein Geist entfloh.
Adams Kinder begruben ihren Vater und wein-ten um ihn dreyßig Tage lang; Seth aber weintenicht. Er pflanzete den Zweig auf seines VatersGrab zum Haupt des Tobten und nannte ihn denZweig des nruen Lebens, des Aufcrwachens aus demTodesschlaf.
Der kleine Zweig erwuchs zum hohen Baumund viele Kinder Adams stärkten sich an ihm mitTrost.des andern Lebens. .