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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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Io

I. Blätter der Vorzeit.

meine Gestellt." Der Cherub sprachs, berührendmich mit seinem Zweige und erhob sich in die Lust.

Welche Gestalt sah. jetzt mein Auge! welcheStimmen der Schöpfung vernahm mein ncuge-öffuetes Ohr! Alles Lebendige und die Könige sei-ner Geschlechter, Adler und Stier, Mensch undLöwe, sie trugen des Ewiglebenden Thron: EinGlanz, Ein Lobgesang in rastloser Bewegung. Wo-hin der Adler flog, dahin keuchte der Stier, dahinwandte der Löwe sich; und der Mensch, ihr allerfreundlicher und jüngstgebohrner Bruder, Er warder Priester der Natur, der Aller Stimmen undOpfer dem Ewiglebenden darbrachte; den heiligenWagen der Erdeschöpfung lenkte Er. Mein Geistzerfloß in Harmonie des Lobgesanges aller Wesen

Da stand in milderem Glanz der Cherub wie-der vor mir. Der Palmzweig, der in seiner Rech-ten war, zerfiel: seine Blatter waren die unvcrwelk-lichen Blatter der ältesten Sage. Empfange sie,sprach er, lies und deute sic deinen Brüdern." DasGesicht verschwand.

Ich folge dem Wort der Wundergestalt, die,wie alle Gestalten, so alle Stimmen der Schöpfungin sich vereinet und jedes entschlafene Menschenge-schlecht überlebt hat. Auf meiner Lippe sey dieSprache der alten Zeit; meine kindliche Sage athmeden Hauch vom Zweige des Paradieses.