II. Antiquarische Aufsatze.
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erweckten, der dem gesummten Altcrthum gleichsamein göttlicher Ausleger ward, Winkelmann. Dieerste Schrift schon, die er vor seiner Reise nach Ita-lien, mit einiger Bcihnlfe OeserS schrieb, einreicher Keim alles dessen, was er nachher in seinenWerken entwickelt hat, zeigt, wie viel die verschlei-erten Matronen, die man gewöhnlich -Bestellen nennt,nicht minder die sogenannte Agrippine, der wunder-schöne Torso und andre Kunstwerke zu Dresden, ohsie gleich damals bei weitem noch nicht wie jetzt an-schaulich-schön dargestcllt waren, zu seinen erstenIdeen und Faden der Kunstgeschichte beigetragenhaben. Da beide, Neid und Bewundrung, gegendiesen seltnen einzigen Mann des verflossenen Jahr-hunderts jetzt entschlafen sind, so darf in dankbarerErinnerung dessen, was er geleistet, Adrastea vonihm wohl auch ihr Wort sagen.
Nimmt man Winkelmanns Lebcnsgeschichte zu-sammen , erwägt die langen und der Natur nachmuntersten Jahre, die er in Deutschland in sklavi-scher Muhe und Barbarei, in Hunger und Kum-mer zubrachte, und dann den Flug, den er über sichnahm, und überwindend alle Hindernisse, seinemväterlichen Glaubensbekenntnis selbst entsagend, blosder Kunstwissenschaft, nicht zeitlicher Ehren undVor-kheile wegen nach Rom eilte, und sich gleichsam inden Euripus stürzte; liefet man die Briefe, die erfast mit jugendlicher Schaamrölhe darüber, und zu-gleich mit heroischem Muth an seinen Gönner, denGrafen Bünau, schrieb, und dann darauf dieBriese, in denen er seinen Freunden die Seligkeit
Herders Werke Lit. u, Kunst. XI. Z Sö,?,. I>ir.