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II. Antiquarische Aufsätze.
unendlich feine Charakterkenn tniß, wir weil?lauftig gezeigt werden könnte. Ucbcrhaupt ist nichtsuntrüglicher, als was vom ganzen Körper spricht,wenn es sogar dem Gefühl redet. An einzelnen Thei-len kann man sich irren, aber die Stimme des All-gemein c n ist auch hier Gottes Stimme. Siewapnet uns gegen Traum und Deutelei, insonder-heit gegen das partheiische Hangen an Ein er Form,an Einem Zuge, das uns so weit wegbringen kannvon Wahrheit. Das Bescheidene im Gefühl ta-stet langsam, aber unpartheiisch: cs findet vielleichtwenig, aber was da ist. Es urtheilt nicht, bis csganz erfaßt hat.
Es ist wunderbar, welchen Blick hierin, wie inAllem, die beiden Geschlechter gegen einander haben,wie tief der Mann das Weib und das Weib deNMann kennet. Jedes kann seinem Geschlechte Un-recht tkmn und thut ihm okt, nicht eben aus Neid, Un-recht; aber sein Urtheil über das Andre ist, wo csnicht Leidenschaft verblendet, sondern Leidenschaftwapnet, wunderbar strenge. Die Liebe bolt daswahre Ideal, den Engel; Haß, den Teufel ausuns hervor, der in uns liegt, und den wir oft selbstnicht zu sehen oder zu finden vermögen. Die Ur-sache ist klar. Zum allgemein menschlichenGefühle kam noch ein Geschlcchtsgefühlhinzu, das wir ja auch bei den ekbabensten Urthci-len über das, was Mensch ist, nicht ganz vcr-laugnen. Der Mann muß immer, er mag dichtenoder regieren, Menschen oder Staiucn schaffen,als Mann, das Weib immer als Weibfühlen.
End