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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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n. Antiquarische Aufsätze. 2^9

so ist auch ihr natürlicher Wuchs, das Fallenoder Scheiteln oder Wirbeln der Haare vonsonderbarer Bedeutung. Als Mahomcd ins Paradieskam, sähe er den Moses mit Haaren w>e Feuer-flamme, den milden Jesus, als ob Milch und Was-ser des Lebens ihm auf die Schultern flösse. DerVater aller Götter und Menschen, mit krausem Ko-pfe, wäre lächerlich, nicht ehrwürdig: da könnte dieschwere treffliche Locke, die vom erhabnen Scheitelherabfallt, nicht mehr den Olymp erschüttern. Wie-derum gebe man einem Simson, wenn er die Pbi-listernagcl ausreißt, weiches fließendes Haar und sicwerden wohl stecken bleiben. Ich weiß nicht, wel-cher Philosoph cs bemerkt hat, daß die Menschenmit vielen Wirbeln auch krauser Gedanken sind, diesich nicht eher ordnen und zur Ruhe legen, bis dasliebe Alter freilich auch ihr Haar, wie ihren Sinn,schlichtet. Das alte Sprüchwort, kurzer Sinnund langes Haar, ist bekannt, und ist wahr,wie etwa ein Sprüchwort wahr seyn kann. Waswiederum ein ausfallendes, ein frühe blei-chendes Haar für Eindruck bei dem, der cs hatund der cs sieht, mache, mag die Erfahrung zeigen.Wenn der Mandclbaum frühe blühet und die Höhesich scheuet und kakl wird, so ists wohl Krone, abereine nur durch Sorgen errungene Krone. Oft glühetdie Hitze das Haar weg und das Haupt steht, wieein Berg in den Wolken, der höchste und über dieandern wegsehend, aber nackt und traurig. Mansehe Swifts fürchterlich glanzende Glatze. Wieangenehm und bedeutend ist an Kindern ihr Haupt-haar. Wie bei Plato Sokrates mit Phadons,Herders Werke Lit. u. Kunst. XI. T Köm. K-'e.