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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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264 II. Antiquarische Aufsätze.

der ohne Zweifel diele Formen so ursprünglich er-kennen mußte, als Bildhauerei) nicht schildert,sondern schafft und dar stellt. So lange alsonicht das Griechische Zeitalter der Knaben - undMadchenliebe in seiner offnen I u g c n d u n sc h u l d,als Spiel und Freude zurückkehrt: so lange derKünstler steife Modelle von Fischbeinrockcn undSchnür-brüsten sieht, und ja nichts weiter; so ists nur Thor-heit, Griechische Bildkunst erwarten oder her-vor bringen zu wollen. Sein Sinn versagt ihm;soll er Enqelsformen, Apollos - und opourisgestaltenaus der Luft greifen? daher gegriffen sind sie Schaum-blasen , die zergehen, che er sie der Hand, vielwe-niger dem Stein einverleibet. Mit einem großenTkeil der Mahlercy, freilich nicht mit dem, derauch schone Formen enthalt und als lebendiger Traumzunächst an jene wachende Wahrheit gränzet, istsanders, *)

*) Ein neuer, sehr denkender Künstler, Falconet^hat manches für die reiche und (kurz zu sagendmahle rische Bekleidung der Bildsäulen ge-sagt, was in unfern Zeilen, da den meisten An-schauenden die Bildnerkunst selbst nur Mahle-rcy ist, wahr seyn kann; mich dünkt indessen,es gelte nur als Ausnahme und -Hülfe, weil wirzur nackten Fülle der Alten nicht mehrkommen kynnen, und uns also diesen Mangeldurch den Wurf der Kleider ersetzen mögen,, ditzsn der Bildnerey doch nie mehr Kleider sind.