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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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237
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II. Antiquarische Aufsätze. 2:17

unmöglich, als den Liebhaber hinter der dicken Ta-pete, den Bauer innerhalb der Windmühle singendzu mahlen.

Die weite Gegend, die ich vor mir sehe, wasist sie mit allen ihren Erscheinungen, als Bild,Flache? Jener sich herabsenkende Himmel und jenerWald, der sich in ihn verliert, und jenes hingebrei-tete Fcld, und dies nähere Wasser, und dieser Nähmevon User, die Handhabe des ganzen Bildes sindBild, Tafel, ein E 0 ntinuum neben ein-ander. Jeder Gegenstand zeigt mir gerade so vielvon sich, als der Spiegel von mir selbst zeigt, dasist, Figur, Vorderseite; daß ich mehr bin,muß ich durch andre Sinnen erkennen, oder ausIdeen schließen.

Warum solls also Wunder seyn, daß Blinde,denen ihr Gesicht gegeben wurde, nichts als ein Bil-derhaus, eine gefärbte Flache dicht vor sich sahen?sehen wir doch alle nichts mehr, wenn wirs nichtauf andern Wegen fanden. Ein Kind sieht Himmelund Wiege, Mond und Amme neben einander, esgreift nach dem Monde, wie nach der Amme, dennalles ist ihm Bild auf Einer Tafel. Aus demSchlafe fahrend, ehe wir unser Urtheil sammeln,ist uns in der Dämmerung der Nacht, Wald undBaum, Nah und Fernes auf Einem Grunde: naheRiesen, oder entfernte Zwerge, und sich auf uns be-wegende Gespenster, bis wir aufwachcn und unserUrtheil sammeln. Sodann sehen wir erst, wie wirdurch Gewohnheit, aus andern Sinnen, undinsonderheit durchs tastende Gefühl sehen lernten.Ein Körper, den wir nie durchs Gefühl als Körper«rkannt hatten, oder aus dessen Leibhaftigkeit wir