I. Zur römischen Literatur. 2v3
Bei keinem Dichter des Altertums indeßwünscht man sich, nenn man Einmal durch einenguten Eommentar oder Lehrer verstehen gelernt, al-len Commentar so gern weg, als bei Horaz. Ohnealle Dilogien Baxters, ehn' alle Zwischen- undEinreden seiner Bewunderer und Freunde will manden guten Gesellen, den verständigen, klugen,sitt'amen, kunst- und lehrreichen Liebling derGraz sc allein genießen und gleichsam mit ihm wohnen.
Horaz hat das Glück gehabt, von Menschenaller Art, die sich sonst um Dichter wenig beküm-mern, von Welk - Erfahrungs - Geschäfts - Männern,und zwar bis zum. höchsten Alter hinan, unvergeß-lich geliebt zu werden. Greise, die keinen Römerlasen, lasen ihn, und hatten S teilen aus ihm imMunde. Jünglingen raubt er gewöhnlich das Herz;gebildete Frauen waren ihm hold, und wenn eineder Seinigcn gleiche Muse mit günstigem Blick an-sah, zu dem kehrte er sich immer s-.nkindlicher wieder.Welche Heere von Dichtern haben ihn übersetzt, nach-geahmt, mit ihm gewetteisert, ihm nachgceisert!Seine stolze Zuversicht
ldlon omnis moriar, inliliaglie pars mei
Vsradii lükitinsm —
ist nicht nur erfüllt, sondern überkroffen worden. FastZweitausend Jahre hindurch hat er allen gebildetenNationen der Welt gesungen, sie ergötzt und diefeinsten Seelen geleitet!
im vergangnen Jahrhundert liefert die LiM-iibe-ca kloraiiariri I^ips. 179g. und die Einteilungzu Mitscherlichs H'o r a z.