i9» I. Zur römischen Literatur.
glaubst du, dass dies fromme und bcßre? Es reiztund bringt auf; Rache bcwirkts, und nicht Bes-serung.
Satyre. Urtheilest du nicht auch öffentlich?
Kritik. Mit Gründen, die überzeugen;mit Proben, die bewahren; Parth eilos je-derzeit, angemessen dem Gegenstände meinesUrcbcils und der Wirkung, die es hcrvvrbringen soll.Meine Pfeile treffen und heilen; deine Streiche ver-wunden und heilen nie. Du verlachst; ich belehreund halte den guten Geschmack unrecht.
Sat„ re. Setze dich auf deinen Thron, Er-habne , und laß mich am Fuß desselben dir meineLcb:no.,eschichte erzählen; vielleicht wird dein Unheilüber mich milder.
Kritik. Auch auf der untersten Stufe des-selben wirf die Geißel hinweg —
Satyre. Sic ist mir lange zur Last ge-wesen.
Kritik. Nun erzähle; aber würdig des Orts,den du einnimmst. Es ist der Thron der Wahr-heit.
Satyre. In meiner Kindheit war ich einleichtsinniges, lustiges Mädchen. Was mir auffiel,alles Ungewöhnliche und Neue belachte ich; nichtweil cs ungereimt, sondern weil cS ungewöhnlichund mir auffallend war. So machens noch Affen,Kinder, gemeine und — bisweilen vornehme Leute.Ohne Prüfung lachen sie dem Ungewohnten ins Ge-sicht, blos weil es ihnen auffällt.