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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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179
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1. Zur römischen Literatur. 179

Dies waren die Fragen, deren thatige Auflösungman von einem Kritiker begehrte; und wenn manHübel Real - und Verbal-, höhere und nie-dere Kritik unterschied, so wollte man deshalbkeine von 'd>r andern sondern. Vielmehr ist die so-genannte höhere Kritik nur die g e i sti g e r c, feine;ohne die wörtliche findet sie nicht statt, ohne denzeitmaßigcn, örtlichen Verstand der Worte gehet siegar in der Irre und träumet. Beide vereint sindSeele und Körper.

Ob man nun gleich zu jener Zeit den Werthdes Kritikers nicht so hoch anschlug, als man beider wicdercrwachcnden Liebe zu den Alien und beiWicdererfindung ihrer Schriften, zu Erasmus,Fi eins und Pvggius Zeiten gethan hatte, sostand doch die Schule jener alten Kritiknoch da. Man wußte, was man von einem Kriti-ker fodcrn durste, und foderte, nach so viel vorher-gegangcnen Fußtapsen viel. Eine Sagacitat,Autoren und Zeiten zu unterscheiden, diese also zukennen, im Geist eines Autors zu wohnen,seine Sprache eise sich eigen gemacht zu haben,vom Plan und Zweck seines Werks aus dessen eig-ner Seele gleichsam unterrichtet zu seyn; dies fo-derte man. Dies bestrebten die besten Kritiker sichzu leisten. *)

*) S. bllogium l'iberii HeMsterbusii sutorsIteebiilcenio, abgedruckt in Harles Viti8 ?lei-lolngor. Vol. IV,