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I. Zur römischen Literatur.
Von diesen zu schreiben aber, weißt Du selbst,wie schwer es ist! Man fühlt, man genießt die An-muth; die Grazie spricht zu uns in Formen undZügen, in Bewegungen, Worten, Gcbebrden,seelenvoll, berrlich; wer mag, wer will aber denTanz dieser Bewegungen festhaltcn, das Spiel die-ser Züge zerschneiden? Wer mag den Geist sichtbarmachen, der, in die anmuthrciche Gestalt gegossen,in Wort und Gebehrde, unmittelbar gleichsam, unszuspricht? Studire, liebe den Dichter, Jüngling,so wird sich dieser freundliche Geist dir offenbaren.
Da von einem lyrischen Dichter die Redeist, dessen Muse in rhythmischem Tan; schwebet,so begreifst du leicht, daß Horaz Sylbcnmnaßedu dir zuerst eigen machen mußt, um an der Be-wegung in ihnen Freude zu schöpfen. Die schwer-sten, die verworrenen der Griechen ließ er ihnen;weder dem Pindar, noch den Chören buhlte er iwAnsehung solcher nach. Die leicbtern aber, die sei-ner schwergcbiet.nden Sprache angemessen waren,—mit welchem Verstände hat er sie Jedem seiner Ge-genstände gewahlet! mit welcher Zartheit in jederFuge, jeder Cadenz und Casur sie behandelt! Äl-caus und Sappho sangen ihm vor; nach denkleinen Resten, die wir von ihnen haben, wardaber auch Ihr Gesang auf Horazcns Leier künstlich-gebundener, zierlicher, vestcr. Wer wünschte nicht,die schönsten Strophen dieser Gesänge in ihren lieb-lichen Cadenzcn, im schönen Reigentanz ihrer Bil-der, jeht bei der Guitarre und Laute, jetzt bei ei-nem volleren Saitenspiel zu hören? Auch wundert