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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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prüfte, wohlbestandene Männer glaubten sie: siekannten Gott nicht nur aus Buchstaben, sondernaus Wahrheiten ihres Herzens, aus Erfahrungen ih-res Lebens. Kein Locus von Gott wird in denPsalmen der Seien; wegen entwickelt: Gott isis,der den Sänger allgegenwärtig durchblickt, der dieWahrheit und Unschuld seines Herzens, so wie seinegeheime Wunden und Noth kennet: das macht ihmLeid und Freude! das macht ihn trostreich und be-trübt

3. Also werden «seine Lieder auch Ausdrückeder innersten, der individuellsten Herzenssprache.Was bei uns ruhmredig scheint, wenn wirs kaltund allgemein singen, war bei ihm Gefühl derWahrheit m einzelnen Situationen. Seine Feindevcrläumdeten und verfolgten ihn; er dagegen wuschseine Hände in Unschuld: kein Blut seines Volksentweihete dieselbe; dies hält er Gott vor in seinenLiedern ä). Wenn wir aufrichtig seyn wollten,müßten wir dieselbe Gelindigkeit und Biedcrherzig-keit Davids auch in seiner Regierung finden. SeinJoab war wilder und strenger, als er: denn selbstgegen Ucberwundnc handelte er so großmülhig, alses die Zeit zuließ, und gegen seine häuslichen Feindewünschte er nie grausam seyn zu dürfen. Wie wehthat ihm Absaloms Tod! wie schonte er den Si-mei! Den durch Hinterlist ermordeten Anführer seinerGegcnparthei, Abner, ehrte er auch nach seinem Toddmit dem TraNerliede über einen biedern Heldens):

ä) Ps. 7. -6. u. f.e) » Sam. 3, 33. u. f.

Herders Werke z. Rel, u. TYcet. II. P