Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
Entstehung
Seite
251
Einzelbild herunterladen
 

der Ebrai sehen Poesie. 25 t

wagt*), daß Poesie, Musik und Tanzkunst niestarker als in Vereinigung wirken, daß sie bei allenNaturvölkern noch in diesem Bande stehen, und da-her bei ihnen so viele Gewalt äußern. Hätte ersich mit wahren Thatsachen begnügt und seine Mei-nung nicht auch auf Zeiten und Gegenstände aus-gebreitet, wo sie nicht mehr statt findet, hätte erinsonderheit die Gesetzgeber aus dem Spiel gelassen,und nicht Alles in jeder Art der Dichtkunst aus ihrerklären wollen: so wüßte ich nicht, was man ihmentgegensetzen könnte? Die Verbindung dieser Kün-ste bei allen rohen Völkern ist ziemlich erwiesen:selbst bei den Griechen ist das Drama nur aus demChor, d. i. aus Poesie, mit Musik und Tanz be-gleitet, entstanden. Daß in einem schmalen erstenUmfange alle drei natürlich zusammen gehören, istunläugbar: denn eine gewisse Poesie ist todt ohne

Töne, und die natürlichste Musik ist todt ohne Dicht-kunst. Jene giebt nur eine Reihe dunkler, unbe-stimmter Empfindungen, die aufgehellt, die durchWorte bestimmt werden wollen; oder sie machen zu-letzt, wenn sie nicht mit einem bloßen Künstlerohrgehört werden, überdrüssig, schläfrig, traurig. Daßbeide Künste zum Tanze führen, sieht man an allenKindern. Musik will Tanz: lebhafte Empfindungenin Worten ausgedrückt, wollen Ausdruck der Geber-den. Also ists wahr, was Miltyn sagt:

*) Z,-oivn.'§ Oissertstion VN ibv Uisv, Union snä?o-vvr, ibv ?i-oAressions, LexsiZrions snck.klorrnptions sncllVlusic, Uonä, 176),