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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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keit geschildert, daß man sich in sich selbst gleichsamvor dem Auge Gottes nicht zu verbergen weiß bi).Wenn die Lehren des reinsten Deismus auf diekräftigste Art ausgedrückt werden sollen: so nehmensie aus dem A. T. ihre Sprache.

Der das Auge gemacht hat, sollte der nicht sehen?

Der das Ohr gepflanzt hat, sollte der nicht hören?

Bedenkets doch, ihr Narren im Volk,

Wahnsinnige, wann wollt ihr klüger werden?

Kann etwas treffenderes auch zu unserer Zeit gegendie Gattung von Philosophen gesagt werden, die,daß Absicht in der Natur scy, laugnen? Alles,was sie von dem tobten Abstractum, Ncllur, Vor-bringen, schrieben die Heiden ihren Götzen zu; undwas die Propheten gegen diese sagen, gilt auch ge-gen jene. Je reinere Philosophie und Theologieirgend eine Dichtkunst der Erde enthalt, desto mehrwird sie sich nicht nur in allgemeinen Sätzen, son-dern auch oft in Ausdrücken der Poesie des A. T.nähern.

Mit der Sittcnlehre ists fast ein Gleiches; nurmuß man diese nicht betrachten, wie sie vom Volkausgeübt ward, sondern wie sie ausgeübt werdensollte. Auch muß man sie nicht in Stellen aufsu-chen, wo der eingeschränkte politische Gesetzgeber odergar Klugheitslehrer, sondern der reine Weise undDichter sprechen. In positiven Anordnungen konnteMoses nur für seine Zeit, für sein Volk, nach der

K) Einige derselben sind im ersten Theil gegeben;andere werden folgen.