Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
479
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und breit ihre Gebresten erzählen, er selber klagtenicht und sagte nur oft:

Wenn ich's in meiner Jugend besser gehabt hätt'und mich nicht so hätt' schinden und plagen müssen,ich wär' hundert Jahr alt geworden."

Auch daheim kam er oft hierauf zu reden. DasGehen wurde ihm immer schwerer, aber so lange ernur fortkriechen konnte, ging er seiner Arbeit nach,und man sah es, wie er sich gewaltsam aufrecht hieltund für Jeden noch immer eine Scherzrede hatte.

Es war am Tage nach Jakobi noch gesternwar Bros! im Auerhahn gewesen und hatte viel davongesprochen, wie leid es ihm thue, daß seine Söh-nerin in ein Bad gemußt habe und nicht nachEndringen käme, er wäre ihr zu lieb doch dahin ge-zogen heute konnte Brosi nicht mehr gehen, seinKubikfuß stellte sich wieder ein, er mußte zu Bettebleiben oder in dem großen Armstuhl sitzen, den Agygeschickt hatte.

Die beiden älteren Söhne waren weit in derFremde, aber Severin kam einmal und besuchte seinenVater, und zum Erstenmal hatten seine starren Zügeetwas lindes. Brost behauptete, daß es gar keineGefahr habe und des Rösle's Monika mußte ihm oftstundenlang die Geschichten aus den alten zerlesenenKalendern vorlesen, durfte aber nicht in die Einzeich-nungen von seiner Hand sehen. Die Frau saß schonjetzt im Sommer an der Kunkel und spann und Brostthat einmal die seltsame Frage:

Was spinnst?"