viel mehr merkt als das Aufnehmern Je weiter esdem Herbste zuging, je mehr empfand Moni ein eigen-thümliches bräutliches Bangen, während Brost mitJubel seiner goldenen Hochzeit entgegensah. Mehrmalsäußerte Moni ihre Beklommenheit, aber ihr Bräutigam,wie sich Brost nannte, redete ihr solche aus undsuchte sie mit seiner eigenen Freudigkeit zu erfüllen;sie gab sich um Brosi's willen Mühe, Allem heiterentgegen zu sehen und in dieser Bemühung ward sievon selbst freudig.
Endlich waren es nur noch wenige Tage bis zurKirchweih, da kam Severin und dießmal ging er nichtallein nach Endringen, Vater und Mutter mußten ihnbegleiten. Brost fuhr sich mehrmals rechts und linksüber die Augbrauen, als er unweit des FurchenbauernHaus in dem Grasgarten, dort wo er sich's gewünschthatte, ein Haus stehen sah, zierlicher und feiner als ersich's je wünschen konnte und als noch gar Severindarauf deutend sagte:
„Vater das ist euer. Da sollet ihr mit der Mutterwohnen, so lang euch Gott das Leben erhält und ichwünsch' nur, daß es recht lang sei. Das schenkt euchmein' Agp als Hochzeitschenk."
Starr mit offenem Munde betrachtete Brosi baldseinen Sohn, bald das Haus und endlich sagte er mitunvermuthetem Lachen:
„Das Haus da? Das ist mir viel zu schlecht.Nicht geschenkt nehm' ich's."
„Ich bitt euch Vater, macht keinen Spaß," entgeg-riete Severin in seltsamer Gereiztheit.