minder gastfreundlich als gestern beim Rösle. AlleEndringer, die kamen, ließ Brost eine Prise nehmenund seine Spruchdose bewundern.
So lang der Severin da war, machte Agy vielweniger Späße und war stiller, aber auch heute gingSeverin fort und als man heimkehren wollte, mußteman ihn vom Bürgermeister, wie man im Badischenden Schultheiß nennt, holen.
Am dritten Tage ging Brost an seine Arbeit, ersagte, er halte diese Gastereien nicht aus, er hatteeinst den Ausspruch gethan, man könne nicht von derFreiheit essen und jetzt sagte er: „Ich kann von derFreud allein nicht leben."
Agy vollendete ihre Zeichnung vom Bömlesgrundund Brost arbeitete unweit davon. Severin war alleinnach Endringeu gegangen.
In den folgenden Tagen vollführte Agy zum Stau-nen aller Haldenbrunner noch eine weitere Zeichnung,sic saß jenseits des Baches und nahm das elterlicheHaus Severin's auf. Das Haus mit dem Strohdacheund den Pflanzen, die sich darauf festgewurzelt hatten,nahm sich auf dem Papiere sehr gut aus und alsAgy gegen Severin die Einfachheit und Ursprünglich-keit dieser Bauart lobte, war dieser strenger Fachmanngenug, um ihr zu beweisen, daß in dieser Bauart garkein Stil liege und gar keiner anzuwendcn sei, cs seieben nichts als die rohe Nothdürftigkeit. Agy biß aufihren Bleistift bei dieser Darlegung, aber sic schautebald wieder hell auf, sie kannte ihren Mann, bei demdie strenge rücksichtslose Wahrhaftigkeit Alles beherrschte