448
„Gott hat cs doch gut gemeint zu mir, daß ich euchnoch im Leben finde, wie oftcn habe ich daran gedacht,"sagte Severin und übersetzte das seiner Frau in'sEnglische, seine Eltern bedeutend, daß seine Frau fastgar kein Deutsch verstehe.
„Wo hast denn du ihn zuerst gesehen?" fragteBrosi seine Frau.
„O lieber Gott, denk' nur, wie ich heimkomm', istdie Hausthür offen, ich geh' in die Stub', da sitzt ermit dem goldigen Engel da auf der Bank, ich Habnicht gewußt, wo ich bin, ob noch auf dem Bodenoder im Himmel, da ruft er: Mutter! Und weiterkann ich dir nichts berichten."
„Der Severin hätt' uns doch vorher Nachrichtgeben sollen," sagte Brosi halb zu seiner Frau, halbzu seinem Sohne, „so ein Ueberfall kann ja einen aufdem Platz tödtcn."
Severin erklärte, daß er schon vor mehreren Tagengeschrieben habe, sich aber, wie er sehe, im deutschenPostgang verrechnet hätte.
Als man am elterlichen Hause angelangt war, sagtedie junge Frau auf das Gäßchen deutend:
,6Ä8Sl6 NOt AO."
„Hast ihr das schon gesagt?" schmunzelte Brosiund rief mit starker Stimme zu seiner Schwiegertochter:„Ist recht, ist brav," er meinte, wenn er recht schreie,müsse sie ihn gewiß verstehen.
Um das Haus versammelte sich Alles, was imDorfe war, und selbst in die Stube und in die Haus-flur drangen sie, und die draußen standen, schauten zu