Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
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Siebenzehntes Kapitel.

An der nächsten Kirchweih war Brosi's fünfzig-jähriger Hochzeitstag. Man redete ihm viel zu, daßer seine goldene Hochzeit feiere, aber besonders Monihatte eine Scheu und einen Aberglauben davor undängstliche Freundinnen vermehrten dieß noch mit derErwähnung, daß man nach einem solchen Feste gewöhn-lich nicht mehr lange lebe und Brost, dem eigentlichdoch das Herz daran hing, wollte ihr nicht zureden.

So kam der Frühling des vorletzten Jahres heran,die beiden alten Leute hielten immer fester zusammenund Moni war oft ganze Tage bei ihrem Manne undkochte dort. Einst sagte Brost zu ihr:

Wenn unser Severin käm', sag, thätest du dadie goldene Hochzeit feiern?"

Ja, wenn mein Severin käm', ja, da thu ich's,da Hab ich genug gelebt."

Ich mein' auch" sagte Brost wiederich mein'ich hab's einmal in einem Lied gehört: mit dem Blu-menstrauß auf der Brust darf das Herz zu schlagenaufhörcn. So geht mir's auch. Ich möcht lustigsterben."