man sich zu Tische setzte, sagte Brosi in sehr verbind-lichem Tone, einen Kratzfuß machend:
„Frau Gemeinderäthin, wollen Sie nicht auch ge-fälligst Platz nehmen?" und trieb noch allerlei muth-willigen Scherz mit ihr.
Moni sagte, ihr Mann müsse sich einen neuenRock machen lassen, es schicke sich nicht mehr, daß erin dem alten Rock einhergehe, den er sich schon zurTaufe ihres jüngsten Sohnes (sie vermied, wie esschien, mitten in der Freude den Namen Severins)hatte machen lassen. Brosi schüttelte den Kopf undsagte; „Wenn nur meine Knochen so lang haltenals der Nock noch hält, und man hat den Brosi imalten Rock gewählt, nicht den im neuen."
Der noch immer unerklärte blinde Franzoscnlärmbrachte auch in Haldenbrunn eine Bürgerwehr zuStande, die sich vorerst mit gestreckten Sensen be-waffnete, der Revierförster Auerhahnwirth wurde natür-licherweise Leitmann und Brosi's Kilian wurde zumObmann und Uebungsmeister gewählt, er hielt seineUebungen auf der Straße, die nach Endringen führt.
Im Auerhahn war jetzt täglich große Zusammen-kunft, die Tischordnung galt hier noch mitten in allenWirrnissen, nur saß Brosi als Gemeinderath bei denGroßbauern. Wenn Manche erschracken über die wildenReden, die geführt wurden, beschwichtigte er mit derklugen Einrede, daß man ja einander kenne und nochimmer wisse, daß es nicht beim ersten Anbot bleibt,man ließe noch etwas abhandeln. Wenn die jüngerenLeute von deutscher Einheit sprachen, sagte er oft: