Dreizehntes Kapitel.
Je mehr die Kinder heranwachsen, um so mehrhören die Eltern auf, für sich selber ein Leben zu habenund auch zu wollen; das Schicksal der Kinder wirdimmer mehr das der Eltern.
Nicht nur am ersten Tage von des Vaters An-kunft, wie dies immer ist, waren die Kinder brav, sieblieben es auch.
Die Kinderzucht im Hause war eine musterhafte,das heißt strenge, cs wurde wenig an den Kindernerzogen, aber unbedingter Gehorsam war oberstes Ge-setz. Brosi rühmte sich deß oft, indem er hinzusetzte:„ES kann eines meiner Kinder auf dem Dache inLebensgefahr sein, ich pfeif ihm nur, huit! und binsicher, daß es fcststeht wie eine Mauer und nicht zuckt,bis ich komm und es herunter hol. Das hat mein'Moni zuweg bracht. O die, die könnt' General sein."In der That war diese strenge Zucht das Werk Moni's,denn ihr Mann war ja den größten Theil des Jahresin der Fremde, war er aber daheim, so konnte mangewiß sein, daß nie eines der Eltern dem andern Lneiner Zurechtweisung der Kinder widersprach oder nur