Säbel drohend Schweigen gebot, spie es ihm denGeifer in's Gesicht, der Nüsse faßte es mit beidenHänden am Halse und noch einmal schnappte es aufnach Luft und sank in die Kissen zurück. Der Russe,der jetzt sah, was er gcthan hatte, schaute wild umher,raffte Alles zusammen, vergaß aber die Hühner nicht,und entfloh aus dem Hause als jagte man mit Peit-schen hinter ihm drein.
Moni kniete noch am Bette der Mutter, da tratBrosi ein und erfuhr schaudernd Alles, was geschehenwar. Es war keine Rettung mehr. Brosi eilte so-gleich zu dem Befehlshaber, die Lärmtrommel töntedurch das Dorf, vor dem Auerhahn wurde Musterunggehalten, aber der Mörder fand sich nicht und dieLeute sagten, es sei gar kein Russe gewesen, der Teufelhabe das Apothekerrösle erwürgt. Noch am selbenAbend marschirte die Einquartirung ab.
Brosi und Moni konnten sich nicht leugnen, daßder Tod des Apothekerrösle gerade kein Unglück war,aber als hätte wirklich ein böser Geist die Hand dabeiim Spiele, mußte noch die Art des Todes den Ueber-lebenden schweren Kummer bereiten.
Von den sogenannten Todtenfrauen wollte keinedie Leiche des Apothekerrösle einkleiden helfen, Brosiund Moni mußten dieß allein thun. Da fühlte Brosium den Leib der Entseelten einen Gürtel, Moni hießihn hinaus gehen und nach einer Weile kam sie undhielt in zitternder Hand einen Gürtel, in den Geld cinge-näht war; schnell trennte Brosi die Naht und enthülstenach einander zwanzig Dncaten. Brosi fühlte das Gold
Auerbach, Dorfgeschichten, Z. Baud. 26