Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
397
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ging indeß das Anerbieten des Gipsmüllers ein, beieinem geschickten Häuscrtausche (da das jetzige doch garzu eng schien) ihm beizustehcn, behielt sich indeß dieBeihilfe des Gevatters für den Ankauf einer neuenKuh bevor und erklärte sich schließlich gerne bereit,statt der Holzfuhren dem Gevatter dreschen und in derGipsmühle zu helfen.

Schön ist's, in: eigenen Hause die ganze Fülleseines Glücks zu haben, aber schöner ist's, auch draußenhülfreiche und herzgetreue Menschen zu wissen, beidenen man in Leid und Freud eine Heimath findet,und nicht als Einzelner, sondern Familie zu Familie:die eigene Heimath ist erweitert und vergößert undvon Haus zu Haus webt sichtbar und unsichtbar einebelebende Gemeinschaft.

Mit strahlenden Angesichtern geleiteten Brosi undMoni ihre Gcvatterleute durch das Dorf nach demAuerhahn. In allen Häusern hatte man heute Gäste,die man freundlich bewirthete, aber gewiß war mannirgends glückseliger und auch stolzer mit seinem Be-suche, als Brosi und Moni mit dem ihrigen.

Im Auerhahn waren auch viele Endringer, dieBrosi zutranken, er freute sich ihrer und versprach auchnach Endringen zur Kirchweih zu kommen. Der Kirch-wcihtag war der einzige, an dem die gewohnte Tisch-ordnung aufgehoben war, Brosi und Moni saßen ver-gnügt bei ihren Gevattern, die Gipsmüllerin durstenur einen Schleifer tanzen, um so höher sprang aberBrosi mit seiner Frau, nicht als Erfüllung des gethanenGelübdes, sondern in frischer Erregung des Augen-