Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
396
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Zur damaligen Zeit brauchte mau noch nicht einHin- und Hcrschreiben vom Amte, um einen Schweine-stall bauen zu dürfen, Brosi war damit gerade amAbend vor der Kirchweih fertig und konnte am andernTage seinen Gästen den Neubau und seinen Bewohnerzeigen. Ueberhaupt war es für Brosi ein großesFest, zum Erstenmal in seinem Hause Gäste zu be-wirthen und zwar so vornehme, wie der Gipsmüllerund seine Frau, die zur Kirchweih gekommen waren.Moni verstand es, ihre geringeAufwartung," denZwctschgenkuchen und den Kirschengeist so nett aufein schönes weißes Tischtuch herzurichten und hattedabei Alles so zur Hand, als ob ein dienender Geistihr Alles darreiche, so daß Brosi das Lob der Ge-vatterlcute mit innerstem Behagen bestätigte. Dabeiwar der kleine Kilian, der schon aufrecht auf demArm der Mutter saß,angethan wie ein Graf." DieGevatterleute lobten ihren Pathen gar sehr, und wiedie Menschen in der höchsten Freude der Gegenwartimmer auch leicht die Zukunft mit herein ziehen unddie ganzen beglückenden Folgen des Gegenwärtigengenießen wollen, so sagte Brosi immer:Und ich

freu mich, wie das erst schön sein wird, wenn ich denKerl erst mit in die Fremde nehm', in's Geschäft.Wenn's nur schon gleich morgen wär'."

Brosi war, wie wir wissen, ein Mann von starkemSelbstgefühl, aber er hatte doch seine besondere Freudedaran, an einem so angesehenen Manne, wie derreiche Gipsmüller war, eine Anlehnung zu haben, daskonnte ihm und seinen Kindern zu gute kommen. Er