Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
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Der Sommer ging rasch vorüber. Brosi hatteEinmal geschrieben und nicht wieder, man hatte ihmdie Geburt seines Sohnes angezeigt und dabei bliebes; bei sparsamen Landleutcn ist das Postgeld dasüberflüssigste von allen. Moni hatte ihr Grummeteingethan und damit das ganze Haus vollgestopft, daßes ganz von süßem Dufte erfüllt war; sie hatte ihrenHanf gejätet, gedörrt und gebrochen, die Kartoffelneingethan und das Kraut eingeschnitten, so segenerfüllt,so spickvoll war das Haus noch nie gewesen. So oftMoni nach dem Walde ging, um Holz zu raffen, hieltsie sich möglichst in der Nähe des Waldweges, siehoffte täglich, daß Brost daherkommen müsse. DerNebel stand schon wieder Tagelang auf den Bergenund endlich schneite es sogar, aber Brost kam nochnicht und Moni tröstete sich, daß drunten im Landewohl noch Heller Herbst sei und die Bauarbeit nochfortgehe.

Eines Abends als der kleine Nachtwächter, wie ihndie Großmutter stets hieß, mächtig schrie, hörte manes vor der Thüre plötzlich quicksen wie von einemjungen Schweine, der kleine Nachtwächter horchte aufdiesen Laut und war einen Augenblick stille, da öffnetesich die Thüre und

Wart ich will dich," rief eine starke Männerstimme.Der kleine Knabe schrie wieder aber noch lauter alser rief Moni:

Lieber Gott, lieber Gott! Mein Brosi," sie faßteseine beiden Hände, er drückte sie rasch und beugte sichdann zu dem Knaben nieder, der den fremden Mann