Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
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So?" rief das Apothekerrösle mit gellender Stimmeich weiß wohl, die Leut' halten mich für eine Her,aber wenn ich machen könnt', daß mich die Leute fürdes Teufels Großmutter hielten, ich thät's. Liebermöcht' ich von einem tollen Hund gebissen sein alsvon den Menschen gern gehabt. Wenn sie so rechtFurcht vor mir haben das ist mir recht. Wenn sicnur so stark Furcht hätten, daß sie Alle die Gichterkriegten, wenn ich sie anseh!"

Moni unterbrach diese Herzensergießungen, die nochviel weiter gehen zu wollen schienen, sie brachte ihremBräutigam das feine flächsene Hemd, das sie selbstgesponnen, gebleicht und genäht und das er heute denganzen Tag tragen mußte. Das Apothekerrösle wolltedie Geschichte vom Nockertsweible erzählen, das einHemd aus Brennnesseln gesponnen habe, aber Monibefahl ihr in scharfem Tone davon stille zu sein undklagte über die Brautjungfer, die so lange auf sich wartenlasse und die Mutter äußerte die schadenfrohe Gewiß-heit, daß sie gar nicht kommen werde; da ertönte dasSchellengeläute eines Fuhrwerkes vor dem Hause, dieBrautjungfer war angekommen, ihr vorauf lud maneinen großen Sack ab, es war ein Malter Weißmchl,das als Hochzeitsgeschenk in den Hausgang gestelltwurde. Ehe die Brautjungfer in die Stube ging,ließ sie den Sack umdrchen und da war auf demselbendeutlich Ambrosius Heller 1799 in einem Kranze zulesen. Die Brautjungfer trug einen Rosenkranz umdie Hand geschlungen, offenbar als Schutz gegen dieHexerei des Apothekerrösle; sie schickte sogleich den