Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
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Viertes Kapitel.

Es gibt ein Bekenntniß der Armuth, das sich unterAllen am schwersten Hervorbringen läßt, es ist dieArmuth an Freundschaft. Nur ein in ungcmefsenerSelbstherrlichkeit sich erhebendes Wesen vermag diesesGeständniß mit einem gewissen heitern Gleichmuthe zuthun, weil sich darin wiederum die große Thatsacheoffenbart, daß Niemand ihm gleichkomme, sei es anwirklichem Gehalte oder auch nur an Verständnißseiner unerfaßlichen Bedeutsamkeit. Untergeordnete, insich oder von der Welt sich abhängig fühlende Naturendagegen, erkennen in ihrem Mangel an Freundschaftnicht nur eine Härte und schiefe Stellung des Geschickes,die oft dabei mitwirkt, sondern auch an der Aufrichtig-keit vor sich selber einen Fehler in der eigenen Natur,die es nicht vermag, Liebe zu gewinnen und festzu-halten.

Mit demuthvoll niedergeschlagenen Augen und zit-ternder Stimme sagte eines Tages Moni zu ihremBräutigam:

Horch Brosi, ich muß dir etwas sagen, dann binich aber auch ganz fertig und kannst mich aufschneidenund findest keinen verborgenen Gedanken mehr in mir."