dorther kam der Brost jeden Morgen sobald der Taggraute, und wenn er über den Steg des Forlenbachesging, der an Haldenbrunn vorbei thalwärts rollt, esist ungewiß, ob der Bach seinen Namen von denForellen oder den Forlen an seinen Ufern hat, —da schaute Brost jedesmal nach einem kleinen ärmlichenHäuschen, das dort neben einem kleinen dicht mitZwetschgenbäumen besetzten und mit fuchsig gewordenenTannenzweigen umzäunten Grasgarten steht. In demHäuschen war immer schon so früh am Tage Jemandwach, die offene Stallthür zeigte, daß das erste Ge-schäft des Tages, das Reinigen des Stalles, vorge-nommen wurde, und sei es, daß die Arbeit bereits soweit gediehen, oder daß das Auftreten des schlankenjungen Maurergesellen auf dem dröhnenden Stege dazugemahnte, in der Regel erschien eine junge Mädchen-gestalt mit einem Besen unter der Thüre und vomSteg aus wurde ein Heller „Guten Morgen" gerufenund von der Thür aus mit einem regelmäßigen „SchönDank" erwidert. „Auch schon fleißig?" setzte dannder Maurergeselle noch hinzu, „Ein bisle," lautete dieAntwort. Der Maurergeselle ging vorüber und schwenktedas bunte Tuch, das er in der Hand trug und in daser seinen Topf und sein Brod gewickelt hatte, nochschneller hin und her.
Noch nach Jahrzehenten konnte Brost seine Fraudamit necken, daß er eben nicht sehr zart sagte: „IchHab' dich zuerst als Here mit dem Besen und auf demMist gefunden."
Mit dem Morgengruße in der Seele ging Brost