Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
295
Einzelbild herunterladen
 

Diethelm wollte den Gerichtshof entscheiden lassen, erwollte hinaus, er hatte vergessen, daß die Thüre hinterihnen geschlossen blieb, wenn sie nicht über die Frage-stellung sich eine Erklärung holen wollten, bis sie denWahrspruch gefällt hatten. Plötzlich war es ihm, alswäre er mit wilden Thieren eingesperrt, die ihn zer-fleischen wollten. Er verlangte nach einem SchluckWein, nach einem Bissen Brod, aber dies war denSchwurrichtern versagt, bevor sie ihr Amt vollendet.Diethelm fühlte seine Wangen brennen, ein Hunger-fieber machte ihn zittern. Sich aufrichtend und mitgewaltiger Stimme las er die aufliegenden Anweisungenfür die Geschworenen vor und leitete die Verhandlung.Auf dem Tische lagen die Akten des Verweisungser-kenntnisses. Der Steinbauer sagte, man möge dochwenigstens die Aktenschnur aufmachen, damit es nichtden Anschein habe, als ob man sich gar nichts um dieAkten gekümmert habe. Es war Diethelm gelegen,diese kindisch heuchlerische Anforderung zu züchtigen, ererklärte, daß man nur nach dem zu urtheilen habe,was man selbst gehört. Die Verhandlung war baldgeendet, und Diethelm sammelte die Stimmen, er selbersprach: Schuldig.

Nach einer gräßlichen halben Stunde trat er ander Spitze der Geschworenen in den Gerichtssaal. Erwar erleuchtet und Alles sah doppelt feierlich aus, einZischeln ging durch die Zuhörer, der Gerichtshof tratvon der anderen Seite ein und der Angeklagte wurdewieder vorgeführt, hinter ihm blitzte das blanke Schwert.Todtenstille herrschte, Diethelm stand, die rechte Hand